intimacy coordinator

BEWERBUNGEN FÜR DIE WEITERBILDUNG „INTIMACY COORDINATOR FÜR DIE ARBEIT AM SET“ SIND WILLKOMMEN!

Start für den ersten Weiterbildungsgang „Intimacy Coordinator“ ist der 20. April 2022.

Durch eine finanzielle Unterstützung durch das Medienboard Berlin Brandenburg und des Bundesverbandes Schauspiel BFFS können die Kosten für einige Plätze anteilig gefördert werden. Teilnehmer:innen aus der Schweiz haben die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung durch focal.

Die Bewerbungsfrist für diese Plätze ist abgelaufen.                       

Intimacy Coordinator sind Partner:innen der Regie und der Schauspieler:innen mit dem Ziel, gemeinsam authentische und mitreißende Szenen zu erschaffen. Damit sich die Vision der Regie entfalten kann, ist es die Aufgabe des Intimacy Coordinators, Emotion und Beziehung mit den Schauspieler:innen präzise und detailliert zu choreografieren. Vom klassischen Filmkuss, über die Darstellung von leidenschaftlichem Sex bis zu Vergewaltigungen entstehen mit Hilfe des Imtimacy Coordinatings bewegende Szenen und gleichzeitig werden die persönlichen Grenzen und die private Sexualität der Schauspieler:innen geschützt.

Die Ausbildung findet in Kooperation mit dem Bundesverband Schauspiel e.V. BFFS statt, der hohe Qualitätsmaßstäbe ansetzt. Es ist unser Anliegen, die Teilnehmer:innen so gut wie möglich auf ihre Arbeit am Set vorzubereiten und sie mit dem Handwerkzeug für die optimale Unterstützung der Darstellung von intimen Szenen auszustatten.

 Hinweis: Eine Weiterbildung zum Intimacy Coordinator für die Arbeit im Bereich Bühne ist in Planung. Falls Sie in unseren Verteiler für weitere Informationen aufgenommen werden möchten, schreiben Sie uns bitte eine kurze Mail an 

 

mail@culture-change-hub.de

Welche Voraussetzungen benötigen die Teilnehmer:innen?

Bei unserem Angebot handelt es sich im eine Weiterbildung für Regisseur:innen, Schauspielcoaches, Choreograf:innen oder Stunt- und Kampfchoreograf:innen. Andere Professionen können nach Absprache teilnehmen.

Wir setzen eine langjährige Berufserfahrung und zusätzlich einschlägige Erfahrungen in Körperarbeit voraus; z.B. in Contact Improvisation, Tanz, Kampfkunst oder ein ähnliches Körpertraining, das das Körperbewusstsein sowie die Umsetzung der Erzählung in Bewegungssprache schult.

Was erwartet die Teilnehmer:innen in der Ausbildung?

Der Fokus der Weiterbildung liegt auf der Praxis und dem szenischen Arbeiten. Der überwiegende Teil findet als Präsenzunterricht statt, der durch Online-Schulungen ergänzt wird.

Um so praxisnah wie möglich zu arbeiten, ist immer wieder Regie und Kamera dabei. Die Proben werden gemeinsam ausgewertet.

Die Ausbildung ist auch ein Experimentierraum, damit alle Teilnehmer:innen ihre individuellen Stärken einbringen und ihren persönlichen Stil entwickeln können.

Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Expert:innen aus den unterschiedlichen Arbeitsgebieten zusammen, um eine hohe fachliche Qualität sicherzustellen.

Übersicht Inhalte der Ausbildung

  • Choreografie für die Simulation von Intimität
  • Choreografie für die Simulation von sexualisierter Gewalt in Zusammenarbeit mit einer Stuntfrau oder einem Stuntman bzw. Kampfchoreograf:in
  • Hilfsmittel und der richtige Einsatz
  • Choreografie- und Bewegungs-Coaching
  • Körpersprache, Schauspielführung und Schauspieltechniken
  • Geschichte der Sexualität und kulturelle Unterschiede
  • Geschichte der Darstellung von Intimität im Film
  • Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Menschen mit Behinderung und LSBT*IQ
  • Zusammenarbeit mit Regie und Kamera
  • Closed Set Standards
  • Internationale Guidelines und Best Practice im Umgang mit der Darstellung von Intimität durch den gesamten Arbeitsprozess vom Drehbuch bis zur Postproduktion
  • Arbeitsecht und Arbeitsschutz
  • Sexuelle Belästigung und Gewalt: Rechtliche Hintergründe, Schweigekultur und Prävention
  • Trauma-Awareness und psychische erste Hilfe
  • Berufsethos und Selbstverständnis
  • Teamarbeit am Set und im kreativen Prozess
  • Gewaltfreie Kommunikation und Konfliktmanagement
  • Selbstfürsorge
  • Gender, Diversity und Anti-Rassismus Training

Weitere Elemente und Angebote innerhalb der Ausbildung:

  • 2 Eins-zu-Eins-Coachings innerhalb des Ausbildungsprozesses.
  • Coaching und Supervision beim ersten Auftrag als Intimacy Coordinator.

Ablauf und Dauer:

  • 9 Tage Präsenzveranstaltung in Berlin.
  • 15 Online Workshops zur Vermittlung von theoretischem Wissen.
  • Zur Vertiefung wird die Ausbildung durch Gruppenarbeiten mit anderen Teilnehmer:innen ergänzt. Diese können online stattfinden.
  • Zur Vorbereitung der Termine ist es erforderlich ausgewählte Filme und Literatur anzuschauen bzw. zu lesen.

 

Ihr Titel

ZEITPLAN ERSTER WEITERBILDUNGSKURS FÜR DIE ARBEIT AM SET 2022

Beginn der Weiterbildung am 20. April 2022.

Präsenztage jeweils ganztags Freitag bis Sonntag:

06.05. / 07.05. & 08.5. 2022 mit Chelsea Pace & Laura Rikard, Theatrical Intimacy Education
27.5. / 28.5. & 29.5. 2022
24.6. / 25.6. & 26.6. 2022

Online Workshops jeweils Mittwoch abends von 18:00 bis 21:00 Uhr:

20.4. / 27.4. 2022
4.5. / 11.5. / 18. 5./ 25.5. 2022
1.6. / 8.6. / 15.6. / 22.6. / 29.6. 2022

Online Workshops jeweils Samstag von 10:00 bis 14:30 Uhr:

14.5. 2022
11.6. 2022

Ausbildungsstunden gesamt:

72 Stunden in Präsenz in Berlin
41 Stunden online Training
2 Stunden Eins-zu-Eins-Coachingtermine
2 Stunden Supervision beim ersten Auftrag als Intimacy Coordindator

KOSTEN

Kosten: 7.500,00 € brutto

AUSWAHL REFERENT:INNEN

CHELSEA PACE

Intimacy Coordinator, Intimacy Choreographer und Beraterin

Chelsea Pace ist eine führende Intimacy Coordinatorin und Ausbilderin aus den USA.
Als Mitbegründerin und Leiterin von Theatrical Intimacy Education hat sie ihre Expertise mit Tausenden von Theater- und Filmkünstlern auf der ganzen Welt geteilt, von großen Studiosets und internationalen Workshops bis hin zu Indie- und Off-Broadway-Produktionen.

Chelsea Pace wird sowohl in Berlin als auch online unterrichten. (Unterrichtssprache Englisch.)

http://www.chelseapace.com/
https://www.theatricalintimacyed.com/

LAURA RIKARD

Intimacy Coordinator, Intimacy Choreographer und Stage Movement Specialist

Laura Rikard ist eine erfahrene Schauspielerlehrerin und Assistent Professor an der University of South Carolina Upstate. Gemeinsam mit Chelsea Pace hat sie Theatrical Intimacy Education gegründet und leitet zusammen mit ihr das Weiterbildungsinstitut.

Laura Rikard wird sowohl in Berlin als auch online unterrichten. (Unterrichtssprache Englisch.)

http://www.laurarikard.com/
https://www.theatricalintimacyed.com/

BARBARA ROHM

Kulturmanagerin und Speakerin

Gründerin des culture change hub, der Expertise und Tools für einen Kulturwandel und faire, sichere und würdevolle Arbeitsbedingungen anbietet. Sie ist Mitinitiatorin und ehemalige Vorständin der Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt.

https://culture-change-hub.de/ 

BERNHARD STÖRKMANN

Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Creative Industries

Als Justiziar des Bundesverband Schauspiel e.V. BFFS besitzt er eine langjährige arbeitsrechtliche Expertise im Bereich Film, Fernsehen und Theater. Er ist Mitinitiator und ehemaliger Vorstand der Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt.

https://www.bffs.de/

CORNELIA DWORAK, Mag.

Stunt_Movement_Imtimacy Coordinator und Thai Yoga Bodywork Practitioner

Seit 2006 betreut sie österreichische und internationale Film‐ und Theaterproduktionen als Stunt- und Fight-Coordinator. Sie arbeitet als Präzisionsfahrerin und Tänzerin. Außerdem leitet sie Workshops in den Bereichen “Action und Movement”, „Bühnen- und Filmkampf“, „Tanz und Bewegung“.

https://www.corneliadworak.at/ 

INA KOSLOWSKI

Paar- und Sexualtherapeutin

Seit 2009 hat sie eine eigene Praxis in Berlin für Einzel-, Paar- & Sexualtherapie mit dem Fokus auf Emotionen und Übertragungsgeschehen. Beratend ist sie u.a. für die Deutsche Filmakademie tätig.

https://ikoslowski.de/

EIN NEUER BERUF ENTSTEHT

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ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Intimität ist wie ein Tanz, in dem die Emotion ihren Ausdruck in Körpersprache findet. Bei der Darstellung von Sexualität, Nacktheit und sexualisierter Gewalt im Film und auf der Bühne findet das Storytelling seinen Ausdruck in Stimme, Bewegung und Berührung.

Ein Intimacy Coordinator hat das Handwerkszeug eine Kultur der Zustimmung, des Vertrauens und der Transparenz zu schaffen. Es entsteht die Sicherheit, auf deren Basis sich das kreative Spiel entfalten kann. Echte Freiheit im kreativen Prozess entsteht, wenn sichtbare und unsichtbare Grenzen angst- und schamfrei kommuniziert werden können. Ein NEIN wird dann zur kreativen Inspiration!

Der Dreh von Sexszenen und die Darstellung von sexualisierter Gewalt ist für Schauspieler:innen Körperarbeit genauso wie Tanz- und Stuntszenen. Deshalb ist die Arbeit eines Intimacy Coordinators vergleichbar mit der eines Stunt Coordinators. Sie oder er arbeitet an der Choreografie der Szene, schlägt Möglichkeiten für die Auflösung vor, schließt Risiken wie unerwünschte intime Berührungen oder das Triggern von Traumata aus, setzt die Aktion sicher um und schützt alle Beteiligten vor emotionaler und körperlicher Verletzung.
Genauso wie der Dreh von Action- und Kampfszenen ohne einen Stunt Coordinator nicht denkbar ist, ist der Einsatz von Imtimacy Coordinating ein notwendiger Standard für die Inszenierung von Intimität.
Intimacy Coordinator sind hochqualifizierte Expert:innen, die u.a. in Bewegungs-Coaching, Schauspielführung, Prävention von sexueller Belästigung und Gewalt, Trauma-Awareness und in Best Practices für Intimacy Coordinating ausgebildet sind.

Vorteile für die Produktion:

Ein Intimacy Coordinator arbeitet nicht nur mit der Regie und den Schauspieler:innen zusammen, sondern auch mit dem Team. Sie oder er stellt sicher, dass alle logistischen Besonderheiten und Herausforderungen, die der Dreh dieser Szenen mit sich bringt, beachtet werden, und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

  • Höhere Qualität der Szenen
  • Reibungsloser Ablauf in der Vorproduktion sowie am Set und dadurch Zeitersparnis
  • Mehr Probenzeit für Schauspieler:innen durch die Choreografie der Szene mit dem Intimacy Coordinator, ohne die Drehzeiten zu verlängern
  • Arbeitschutz: Intimacy Coordinating sorgt für die Schutzmaßnahmen, die die individuelle Situation erfordert und gewährleistet die Unversehrtheit der Schauspieler:innen und des Teams
  • Prävention von sexueller Belästigung und Gewalt

Vorteile für die Regie

Das Inszenieren von intimen Inhalten ist für viele Regisseur:innen herausfordernd. In ihrer Ausbildung wurden sie nicht darauf vorbereitet und so hat jede bzw. jeder, mehr oder weniger erfolgreich, eigene Strategien in der Zusammenarbeit mit den Schauspieler:innen entwickelt. Intimacy Coordinator sind darin ausgebildet, die Regie bei der Umsetzung dieser Szenen zu unterstützen und sie als Choreografie zu behandeln. Dadurch kann genau die Geschichte erzählt werden, die erzählt werden soll – ohne sich auf den Einfallsreichtum und die sexuelle Erfahrung der Schauspieler:innen verlassen zu müssen.

  • Gute Vorbereitung der Schauspieler*innen auf die Szene trotz knapper Probenzeiten beim laufenden Dreh
  • Inszenierung in einer Atmosphäre des Vertrauens und Respektes
  • Professionelle Choreografie der Bewegungen und der authentischen Simulation von Sexualität
  • Die Last der Inszenierung liegt nicht auf den Schultern der Schauspieler:innen
  • Unterstützung bei der Kommunikation in Krisensituationen

Vorteile für das Schauspiel

Es ist die Intimität der Rolle und des Charakters, die dargestellt wird, aber es ist der private Körper mit dem Schauspieler:innen arbeiten. Ein Intimacy Coordinator schafft einen Raum der Sicherheit, des Vertrauens und der Zustimmung, in dem die eigenen Grenzen vorurteilsfrei kommuniziert werden können und mithilfe von geeigneten Werkzeugen gewahrt werden. Sie oder er unterstützt die Schauspieler:innen dabei das Herausfordernde einer intimen Szene im kreativen Spiel auszudrücken, um authentische und emotional berührende Szenen zu erschaffen. Und ermöglicht es Schauspieler*innen das Unangenehme in Szenen, die Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt beinhalten, risikofrei darstellen zu können.

  • Die Szenen werden in einem sowohl kreativen als auch technischen Prozess durchchoreografiert.
  • Optimales Coaching für die Entwicklung der Rolle: die Sexualität der Figur soll dargestellt werden und nicht die private der Schauspielerin oder des Schauspielers. Grenzen und private Sexualität werden geschützt.
  • Die Schauspieler:innen bewegen sich sowohl bei den Proben als auch beim Dreh in einem geschützten Raum. Eine Kultur der Zustimmung, die ein NEIN als kreative Herausforderung begreift, ermöglicht ein unbefangenes und freies Spiel.
  • Mehr Probenzeit steht zur Verfügung
  • Spezielle Ausstattung zum Schutz steht zur Verfügung und für ihren professionellen Einsatz wird gesorgt

In Kooperation mit dem Bundesverband Schauspiel e.V. BFFS

Bundesverband Schauspiel e.V. BFFS

 

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